Stell dir vor, du stehst irgendwo auf der Main Street in den USA, einen Kaffee in der Hand, und beobachtest, wie Lieferwagen, Foodtrucks und Leute in kleine Läden ein- und ausgehen. Viele denken bei kleinen Unternehmen sofort an den typischen Familienbetrieb um die Ecke – aber in Wirklichkeit sind sie das unsichtbare Rückgrat fast jeder Nachbarschaft, Stadt und Branche. Wusstest du, dass 99,9 % aller US-Unternehmen kleine Unternehmen sind? Sie beschäftigen fast die Hälfte aller Angestellten im Privatsektor. Das ist nicht nur ein Fun Fact fürs nächste Networking-Event – das ist das Herz der Wirtschaft ().
Egal, ob du gerade überlegst, selbst zu gründen, als Entscheider die Zukunft mitgestaltest oder einfach neugierig bist, was es braucht, um ein kleines Unternehmen zu starten: Die aktuellen Statistiken sind viel mehr als nur Zahlen – sie zeigen, wohin die Wirtschaft steuert. Lass uns gemeinsam in 130 der wichtigsten, überraschendsten und nützlichsten Fakten rund um kleine Unternehmen eintauchen.
Das große Ganze: Kleine Unternehmen auf einen Blick

Hier kommen die wichtigsten Zahlen – die, die ich immer wieder zitiere, wenn ich mit Gründer:innen, Investor:innen oder sogar meinem Zahnarzt spreche (der überlegt, eine zweite Praxis zu eröffnen):
- 36,2 Millionen: So viele kleine Unternehmen gibt es 2025 in den USA – das sind 99,9 % aller amerikanischen Firmen (, ).
- 46 %: Anteil der Arbeitsplätze im US-Privatsektor, die von kleinen Unternehmen geschaffen werden ().
- 90 %: Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) an allen Unternehmen weltweit.
- 70 %: Anteil am globalen Wirtschaftswachstum und an den Arbeitsplätzen, der von kleinen Unternehmen getragen wird ().
- 5,2 Millionen: Neue Anmeldungen für kleine Unternehmen in den USA im Jahr 2024 – ein Anstieg von 48 % gegenüber 2019.
- 70 % / 50 % / 30 %: Überlebensraten kleiner US-Unternehmen – etwa 70 % bestehen länger als 2 Jahre, 50 % länger als 5 Jahre, 30 % länger als 10 Jahre.
- 39,4 %: Anteil der kleinen US-Unternehmen, die mehrheitlich Frauen gehören ().
- 33,6 %: Anteil der kleinen US-Unternehmen, die mehrheitlich von ethnischen Minderheiten geführt werden.
- 5,5 %: Anteil der kleinen US-Unternehmen, die Veteranen gehören.
- 73 %: Anteil der kleinen US-Unternehmen mit eigener Website ().
- 75 %: Kleine und mittlere Unternehmen, die in KI-Tools investieren ().
Das ist nur der Anfang – diese Zahlen zeigen, wie wichtig und vielfältig die Welt der kleinen Unternehmen wirklich ist.
Was ist ein kleines Unternehmen? Definitionen und ihre Bedeutung
Was zählt eigentlich als „kleines Unternehmen“? Es ist mehr als nur die Bäckerei um die Ecke oder das Fitnessstudio im Viertel. In den USA definiert die Small Business Administration (SBA) ein kleines Unternehmen meist als Firma mit weniger als 500 Mitarbeitenden – je nach Branche kann die Grenze aber variieren (). Ein Produktionsbetrieb mit 400 Angestellten gilt also noch als „klein“, während ein Großhändler mit hohem Umsatz eine niedrigere Mitarbeitergrenze haben kann.
Warum ist das wichtig? Diese Definitionen entscheiden darüber, wer Zugang zu staatlichen Förderungen, Krediten und Programmen erhält. Wer ein Unternehmen gründet, sollte wissen, wo er oder sie einzuordnen ist – das kann Türen öffnen oder verschließen. In der EU liegt die Schwelle noch niedriger: Hier gilt ein Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden und unter 10 Millionen Euro Umsatz als „klein“ (). Egal wo – diese Grenzen sind entscheidend für Finanzierung, Vorschriften und das eigene Wachstum.
Wachstumstrends: Wie kleine Unternehmen boomen

Wer denkt, Unternehmertum sei auf dem Rückzug, liegt falsch. In den letzten Jahren gab es einen historischen Gründungsboom – und das ist kein kurzfristiger Pandemie-Effekt.
- 5,48 Millionen neue Unternehmen wurden 2023 in den USA gegründet, 5,2 Millionen im Jahr 2024 – fast 48 % mehr als 2019.
- Im Schnitt werden 2024 430.000 neue Unternehmen pro Monat angemeldet – etwa 50 % mehr als vor der Pandemie.
- Rund 140.000 Anmeldungen pro Monat im Jahr 2024 beinhalten Pläne, Mitarbeitende einzustellen – ein Anstieg von 30 % gegenüber 2019.
Gründungsaktivität und neue Unternehmen
Dieser Boom betrifft viele Branchen. Einzelhandel liegt vorn (ca. 15 % der kleinen Firmen), gefolgt von Gastronomie (13 %) und Gesundheit/Beauty (10 %). Auch Tech, Handwerk und Onlinehandel wachsen überdurchschnittlich, besonders in Regionen mit lebendigen Startup-Ökosystemen.
Kleine Unternehmen sind auch echte Jobmotoren: Seit 2019 haben sie rund 90 % aller neuen Arbeitsplätze geschaffen – vorher waren es 64 %. Deshalb schauen Ökonomen so genau auf die Entwicklung kleiner Unternehmen.
Überlebens- und Ausfallraten
Eine Gründung ist kein Selbstläufer – nicht jedes Unternehmen bleibt bestehen. Die Zahlen:
- 70 % überleben die ersten 2 Jahre.
- 50 % bestehen länger als 5 Jahre.
- 30–35 % sind nach 10 Jahren noch aktiv.
- 21,5 % scheitern im ersten Jahr, 65,1 % nach zehn Jahren ().
Vor allem Tech- und Dienstleistungsbranchen haben höhere Ausfallraten im ersten Jahr (bis zu 26 %). Hauptgründe fürs Scheitern: fehlende Finanzierung, kein Marktbedarf, starke Konkurrenz und Probleme beim Cashflow.
Wer führt kleine Unternehmen? Demografie im Wandel

Das Gesicht der Unternehmensführung wird immer vielfältiger.
Generationen und Geschlechter
- 49 % der kleinen US-Unternehmen werden von Generation X geführt, gefolgt von Baby Boomern (30 %) und Millennials (21 %).
- 39,4 % der Unternehmen sind mehrheitlich in Frauenhand (), Männer führen 57,7 %.
- Rund 70 % der Inhaber:innen haben mindestens einen Bachelorabschluss, über 27 % sogar einen Master oder höher.
Frauen gründen immer mehr Unternehmen, stoßen aber weiterhin auf größere Finanzierungshürden als Männer.
Minderheiten, Veteranen und Migrant:innen
- 33,6 % der Unternehmen sind mehrheitlich von ethnischen Minderheiten geführt.
- 11 % sind Black-owned (), 14,5 % gehören Hispanics.
- 5,5 % sind im Besitz von Veteranen (ca. 1,6 Millionen Firmen).
- 18 % der Arbeitgeber-Unternehmen werden von Einwanderern geführt (), in manchen Branchen ist der Anteil noch höher.
Unternehmer:innen aus Minderheiten, Frauen, Veteranen und Migranten bringen Innovation und schaffen Arbeitsplätze – stoßen aber oft auf besondere Hürden beim Zugang zu Kapital und Netzwerken. Deshalb sind gezielte Förderprogramme wichtiger denn je.
Beschäftigung: Kleine Unternehmen als Arbeitgeber

Kleine Unternehmen schaffen nicht nur Jobs – sie sichern sie auch langfristig.
Jobmotor und Mitarbeiterstruktur
- Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitenden stellen 50–51 % aller Arbeitsplätze im US-Privatsektor ().
- Seit 2019 haben kleine Firmen etwa 71 % aller neuen Jobs geschaffen.
- Historisch gesehen stammen 61,1 % aller neuen Stellen im Privatsektor von kleinen Unternehmen (1995–2023) ().
Die meisten kleinen Unternehmen sind winzig: Nur 18 % haben überhaupt Angestellte, aber diese beschäftigen 45,9 % aller US-Arbeitnehmer:innen. Fast die Hälfte der Arbeitgeber hat nur 1–4 Mitarbeitende.
Herausforderungen und Chancen im Personalbereich
Personalgewinnung bleibt schwierig:
- 56 % der Inhaber:innen suchten Anfang 2025 neue Mitarbeitende, aber 85 % fanden kaum qualifizierte Bewerber.
- 61 % der wachsenden Unternehmen sehen die Mitarbeitergewinnung als größte Herausforderung ().
Etwa die Hälfte bietet Krankenversicherung und Altersvorsorge an, kann aber oft nicht mit den Leistungen großer Firmen mithalten. Positiv: Mitarbeitende schätzen die familiäre Atmosphäre und Flexibilität kleiner Unternehmen.
Gründen: Motivation, Hürden und Finanzierung

Warum machen sich Menschen selbstständig? Spoiler: Es geht nicht nur ums Geld.
Beweggründe für die Gründung
- 28 % wollen ihr eigener Chef sein.
- 22 % sind unzufrieden mit dem klassischen Berufsleben.
- 13 % gründen aus Leidenschaft oder Überzeugung.
Notgründungen (aus Mangel an Alternativen) sind in den USA seltener, nehmen aber in Krisenzeiten oder bestimmten Regionen zu. Die meisten Gründer:innen suchen Unabhängigkeit, Flexibilität oder den Reiz, etwas Eigenes aufzubauen.
Finanzierung und Kapitalzugang
Die meisten Startups werden aus eigenen Mitteln finanziert:
- 80 % der Arbeitgeber und 76 % der Solo-Selbstständigen nutzen Ersparnisse ().
- 34 % setzen auf Kreditkarten.
- 31 % nutzen Gewinne aus dem Geschäft.
- 23 % nehmen Bankkredite auf.
- 14 % leihen Geld von Familie oder Freunden.
Der Zugang zu Kapital ist unterschiedlich:
- 26,3 % der Minderheiten-geführten Unternehmen starten mit über 100.000 $ Schulden – etwas mehr als der Durchschnitt.
- 54,7 % der Veteranen-geführten Unternehmen beginnen mit weniger als 25.000 $.
- 41 % der von Frauen geführten Startups starten mit weniger als 10.000 $ und nehmen seltener Bankkredite auf.
40 % der formellen KMU berichten von eingeschränktem Zugang zu Krediten – Finanzierung bleibt die größte Hürde. Weitere Stolpersteine: Bürokratie, Steuern und Marktrisiken.
Digitalisierung & KI: Wie kleine Unternehmen Technik nutzen

Wer denkt, kleine Unternehmen seien digital abgehängt, liegt daneben. Die Digitalisierung ist längst im Mittelstand angekommen.
- 73 % der US-Kleinunternehmen haben eine eigene Website ().
- 96 % nutzen Social Media für Marketing ().
- 44 % verkaufen ausschließlich online, 16 % nur stationär, 41 % kombinieren beides ().
- 85 % der Online-Händler nutzen mindestens eine E-Commerce-Plattform ().
KI, Automatisierung und digitale Tools
Die KI-Welle ist nicht nur ein Thema für Tech-Konzerne:
- 75 % der kleinen und mittleren Unternehmen investieren in KI-Tools ().
- 71 % planen, die KI-Ausgaben im nächsten Jahr zu erhöhen.
- 85 % der KI-Nutzer erwarten einen positiven ROI.
- 90 % berichten von effizienteren Abläufen durch KI.
Beliebte Einsatzbereiche: Marketing (z. B. Werbeanzeigen, Content-Erstellung), Chatbots im Kundenservice und Automatisierung von Routineaufgaben. Herausforderungen bleiben Kosten, Sicherheit und digitale Kompetenzen. Nur 48 % der kleinen Unternehmen haben im letzten Jahr Schulungen zur Cybersicherheit angeboten ().
Branchenüberblick: Wo kleine Unternehmen besonders stark sind

In diesen Branchen sind kleine Unternehmen besonders präsent:
- Einzelhandel: 15 % der kleinen Firmen
- Gastronomie & Food: 13 %
- Gesundheit/Beauty: 10 %
- Professionelle/technische Dienstleistungen: z. B. Buchhaltung, Recht, Beratung
- Bau und Verwaltung sind ebenfalls große Bereiche
In den letzten Jahren gab es starke Zuwächse bei häuslicher Pflege, Tierdienstleistungen, IT und – wenig überraschend – im E-Commerce. In Entwicklungsländern dominieren kleine Unternehmen Landwirtschaft und Handwerk, in Industrieländern sind es vor allem Dienstleistungen und Tech-Startups.
E-Commerce: Online-Präsenz und Verkaufstrends

Der digitale Auftritt ist heute genauso wichtig wie das Ladengeschäft:
- 73 % der kleinen Unternehmen haben eine Website ().
- 44 % verkaufen ausschließlich online, 16 % nur vor Ort, 41 % nutzen beide Kanäle ().
- 85 % der Online-Händler nutzen eine E-Commerce-Plattform (Shopify, Wix, Amazon etc.) ().
Herausforderungen im Onlinehandel
Die größten Hürden für Online-Verkäufer:
- Digitale Sicherheit (z. B. Schutz von Website und Zahlungsdaten)
- Marketingkosten (Kundengewinnung ist hart umkämpft)
- Website-Entwicklung und Wartung
- Logistik und Versand ()
Da 81 % der Käufer vor dem Kauf online recherchieren (), ist digitales Marketing Pflicht. Social Media ist für die meisten kleinen Unternehmen der wichtigste Kanal – wegen Reichweite und Effizienz.
Resilienz: Herausforderungen, Risiken und Erfolgsfaktoren

Ein kleines Unternehmen zu führen, ist kein Selbstläufer. Das sind die größten Sorgen der Inhaber:innen:
- Inflation: Über 50 % nennen sie als Hauptproblem ().
- Lieferkettenprobleme: 58 % sehen darin eine große Bedrohung.
- Cybersicherheit: 60 % fürchten Hackerangriffe am meisten, aber nur 48 % haben Schulungen angeboten ().
- Versicherung und Notfallplanung: Nur 38 % haben eine Betriebsunterbrechungs- oder Katastrophenversicherung.
- Naturkatastrophen: 27 % sagen, ein schweres Ereignis könnte das Aus bedeuten.
Erschreckend: 60 % der kleinen Unternehmen schließen innerhalb von 6 Monaten nach einem größeren Datenleck (). Risikomanagement, Notfallpläne und digitale Sicherheit sind daher überlebenswichtig.
Regional und global: Zahlen im Vergleich

Die USA sind ein Flickenteppich unterschiedlicher Unternehmenslandschaften:
- Kalifornien: 4,34 Millionen kleine Unternehmen
- Texas: 3,52 Millionen
- Florida: 3,49 Millionen ()
Staaten wie Montana (66,3 %), Wyoming (65,2 %) und Vermont (62,1 %) haben den höchsten Anteil an Beschäftigten in kleinen Unternehmen – dort gibt es weniger Großkonzerne.
Weltweit machen KMU 99 % der Unternehmen in der EU aus (), sorgen für 60 % des BIP und 80 % der Jobs in China und dominieren auch in Indien und Schwellenländern die Beschäftigung (). Außerhalb der USA ist der Zugang zu Finanzierung oft noch schwieriger – 40 % der formellen kleinen Unternehmen in Schwellenländern sind kreditbeschränkt.
Fazit: Was Stakeholder wissen sollten
Nach all diesen Zahlen bleibt für mich Folgendes besonders wichtig – und das sollten Gründer:innen, Politik und Unterstützer im Blick behalten:
- Kleine Unternehmen sind überall: Sie machen 99,9 % aller Firmen aus und beschäftigen fast die Hälfte aller Arbeitnehmer:innen. Ihr Erfolg ist entscheidend für die Wirtschaft.
- Gründungsboom: Die Zahl der Neugründungen steigt nachhaltig.
- Mehr Vielfalt: Immer mehr Unternehmen werden von Minderheiten und Frauen geführt – aber Finanzierungslücken bleiben.
- Fachkräftemangel: Gute Mitarbeitende zu finden, ist eine der größten Herausforderungen – kreative Lösungen sind gefragt.
- Digitalisierung ist Pflicht: E-Commerce, KI und Automatisierung sind Standard.
- Risiken sind real: Inflation, Cyberangriffe und Katastrophen können Unternehmen gefährden – Resilienz ist entscheidend.
- Politik macht den Unterschied: Zugang zu Kapital, weniger Bürokratie und Investitionen in Infrastruktur fördern Wachstum.
Für Gründer:innen heißt das: Technik nutzen, Risiken absichern und Netzwerke aufbauen. Für die Politik: Kapitalzugang, Fachkräfte und digitale Infrastruktur stärken. Und für alle anderen: Unterstützt euer lokales Unternehmen – vielleicht mit einer guten Bewertung.
Quellen und weiterführende Infos
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